Kampf der Giganten
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Kampf der Giganten

Mit Spotify, Apple Music, YouTube Music und Amazon Unlimited kämpfen gerade echte Schwergewichte um die Vormachtstellung beim Musikstreaming. Der Ausgang ist völlig offen. Was bedeutet dies für den Verbraucher und kann er am Ende sogar davon profitieren?

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Im Gegensatz zu den Videostreaming-Portalen wie Netflix oder Disney gibt es beim Musikstreaming keine exklusiven Inhalte. Denn während Netflix eine Blockbuster-Serie nach der anderen produzieren kann, müssen Apple und andere Dienste mit dem absolut identischen Inhalt gegeneinander antreten. Ein äußerst schwieriges Unterfangen, denn alle bieten 50 Millionen Songs für 9,99 Euro im Monat an. Gleiches Produkt, gleicher Preis. Dies macht es für das Marketing sehr schwer, Alleinstellungsmerkmale zu setzen.

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Jeder auf seine Weise

Apple wählte den Weg, seine iPhones, iPads und Macs so zu konfigurieren, dass ein Abspielen von Spotify unmöglich wurde. Die Spotify-App wurde sogar kurzfristig aus dem App-Store verbannt. Doch die Rechtsabteilung der Schweden war gut gerüstet und zwang Apple per Gericht, den Zugang zu den Endgeräten wieder zu ermöglichen, was dann zähneknirschend dann auch geschah.

Bei Amazon versucht man das Abo aufzuwerten, indem weitere Vorteile und Angebote aus dem Amazon-Universum mit in das Abonnement integriert werden. Der Handelsriese verfügt über ausreichende finanzielle Möglichkeiten, um hier einen harten und langen Konkurrenzkampf auszufechten. Nutzer von Amazon Prime bekommen bereits Zugang zu einer Fülle von digitalen Unterhaltungsprodukten. Die langfristige Strategie sieht vor dem Kunden wirklich alles zu bieten, seien es Toilettenartikel, Schuhe oder eben Musik- und Videostreaming.

Alphabet Inc,, Eigentümer von YouTube und Google, setzt auf seine Marktpräsenz. Mit ihren Seiten besitzt Alphabet die besucherstärksten Seiten im Netz und kann dadurch steuern, was der Nutzer zu Gesicht bekommt. Wer bei Google nach Videos sucht, landet immer bei YouTube, aber niemals bei Vimeo. Hier kann das Unternehmen natürlich mit ganz feinen Abstimmungen dafür sorgen, dass die eigenen Inhalte und Angebote in einem besseren Licht stehen als die der Konkurrenten.

Spotify hat zwar die meisten Nutzer, doch auch die meisten Probleme, denn außer Musikstreaming hat es nichts zu bieten. Es gibt nichts, was Spotify seinen Nutzern zusätzlich anbieten kann, um das eigene Angebot aufzuwerten. Man wählte die Flucht nach vorne und brachte Spotify an die Börse. Die größten Aktionäre sind nun die großen Musiklabels selbst. Damit hat man das Problem clever weiter adressiert. Durch den kostenlosen Zugang sollte die Möglichkeit eröffnet werden, durch Werbung Geld zu verdienen, doch bleiben die Umsätze bisher hinter den Erwartungen.

Was bedeutet das nun für die Nutzer?

Die Angebote als solches unterscheiden sich kaum, lediglich in der Bedienung der riesigen Musik-Datenbank gibt es leichte Unterschiede, doch lassen sich alle intuitiv benutzen. Für den Verbraucher war es erst einmal wichtig, dass er auf seinen Apple-Produkten Spotify ohne Einschränkungen nutzen kann. Damit ist es für das Hören der Musik völlig irrelevant, welchen Anbieter man wählt. Die Zusatzangebote können lediglich einen Mehrwert bieten, da gilt es für sich zu schauen, was man braucht und was nicht.

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